Praktische Führerscheinprüfung bestehen

Die praktische Prüfung: Dauer, Kosten und Tipps für den Erfolg

Zutobi
von Zutobi · Aktualisiert am Dec 07, 2021

Endlich selbständig mit dem eigenen Auto unterwegs sein, fahren, wann und wohin man will – ein Traum wird wahr. Um deinen Führerschein zu erhalten, musst du jedoch zunächst die praktische Prüfung bestehen. Wir verraten, was die besten Tipps für eine erfolgreiche Prüfung sind, wie man sich am besten vorbereitet und was in der Prüfung gefordert wird.

Vor der Praxis kommt die Theorie

Bevor man die praktische Führerscheinprüfung machen kann, muss man zunächst die theoretische Prüfung bestehen und alle praktischen Pflichtfahrstunden erfüllen. Für die Theorieprüfung musst du 30 Fragen, die zufällig aus einem Katalog mit 1000 Fragen ausgewählt werden, an einem PC oder Tablet beantworten. Um zu bestehen, darfst du dabei nicht mehr als 10 Fehlerpunkte haben.

Der praktische Teil der Ausbildung

Wie viele Praxisstunden du vor einer Prüfung brauchst, hängt ganz davon ab, wie viel Erfahrung du bereits hast und wie einfach dir das Lernen fällt. Es gibt jedoch einige Pflichtfahrstunden, die jeder vor der Praxisprüfung erfüllen muss. Dazu gehören unter anderem:

  • 5 Überlandfahrten auf Bundes- oder Landstraßen
  • 3 Fahrten auf der Autobahn
  • 2 Fahrten bei Dunkelheit bzw. bei Nacht

Wieviel Übungsstunden du darüber hinaus benötigst, entscheidet dein Fahrlehrer. Bei den meisten Fahrschülern sind das insgesamt zwischen 10 und 20. Bevor dein Fahrlehrer bestätigt, dass du bereit für die Prüfung bist, darfst du sowieso nicht zur Prüfung antreten.

Wie bereitet man sich am besten auf die praktische Prüfung vor?

Die eigentliche Vorbereitung auf die praktische Prüfung sind die Praxisstunden in der Fahrschule. Schließlich bekommt man hier nicht nur das notwendige Wissen und Können vermittelt, sondern erhält auch genug Zeit zum Trainieren. Und diese Zeit sollte man unserer Meinung so gut wie möglich nutzen. Stelle dem Fahrlehrer jede Frage, die dir einfällt.

Es lohnt sich, wenn du dir zehn Minuten Zeit nimmst und alle Fragen aufschreibst, bei denen du dich noch unsicher fühlst. In der nächsten Fahrstunde kann man diese dann Stück für Stück mit dem Fahrlehrer abarbeiten. Diese Chance sollte man unbedingt nutzen, denn in der Prüfung kann man schließlich keine Fragen mehr stellen. Der Fahrlehrer wird dadurch nicht schlechter über dich denken, sondern sich viel mehr über deine Initiative freuen.

Darüber hinaus sollte man unbedingt so viele Fahrstunden nehmen wie man braucht, bis man sich absolut sicher hinter dem Lenkrad fühlt. Denn wenn man selbstbewusst in die Prüfung geht, steigen die eigenen Erfolgschancen ungemein an. Zwar kostet jede Fahrstunde Geld, hier sollte man jedoch nicht am falschen Ende sparen. Denn wenn man auf Grund mangelhafter Vorbereitung durch die Prüfung fällt, dann ist das nicht nur ärgerlich, sondern außerdem auch teuer.

Unser Geheimtipp: Bitten Sie Ihren Fahrlehrer, in den letzten zwei Fahrstunden die Prüfung zu simulieren. So kann dich am Tag der Prüfung nichts mehr überraschen und du du biit bereit für jede Herausforderung. Zusätzlich dazu gibt es Übungsgelände, auf denen du auch ohne Führerschein in Begleitung einer Person mit mehr als 3 Jahren Fahrerlaubnis fahren darfst. Hier kann man viele nützliche Praxiserfahrungen für die Prüfung sammeln .

Am Tag bzw. an den Tagen vor der Prüfung kann man auch noch einiges an Vorarbeit leisten, um die eigenen Chancen zu erhöhen. Zunächst sollte man rechtzeitig alle nötigen Unterlagen, also vor allem den Personalausweis, herauslegen. Darüber hinaus sollte man sich mit der Strecke zum Prüfungsort vertraut machen, um Verspätungen zu vermeiden. Zuletzt empfiehlt es sich, früh ins Bett zu gehen, damit man am nächsten Tag fit und konzentriert ist.

So bereitet man sich am besten auf die Führerscheinprüfung vor:

  • Alle Unterlagen am Tag vorher vorbereiten
  • Mit der Strecke zum Prüfungsort vertraut machen
  • Früh zu Bett gehen
  • So viele Übungsstunden wie möglich nehmen
  • Prüfung mit dem Fahrlehrer simulieren
  • Übungsgelände zum zusätzlichen Trainieren verwenden

Der Tag der Prüfung

Am Tag der Prüfung triffst du dich mit deinem Fahrlehrer und dem Prüfer am vereinbarten Startpunkt. Dabei solltest du pünktlich sein, um gleich einen guten Eindruck zu hinterlassen. Eine besonders gute Fahrschule zeichnet sich darüber hinaus dadurch aus, dass du am Tag der Prüfung noch eine letzte Fahrstunde mit deinem Fahrlehrer machen kannst, damit du absolut selbstsicher in die Fahrprüfung gehen kannst.

Die Sicherheitskontrolle am Auto

Noch bevor es bei der praktischen Führerscheinprüfung überhaupt ans Fahren geht, musst du bei der Sicherheitskontrolle beweisen, dass du den technischen Zustand eines Fahrzeugs beurteilen kannst. Dafür wird dir der Prüfer drei Fragen bzw. Aufgaben rund um Dinge wie den Zustand der Reifen, der Bremsen, das Überprüfen der Flüssigkeit oder der Lichtsignale stellen.

Das Fahren

Nachdem die Sicherheitskontrolle abgeschlossen ist, nimmt dein Fahrlehrer auf dem Beifahrersitz und der Prüfer auf der Rücksitzbank Platz und du beginnst mit der eigentlichen Fahrprüfung. Ab jetzt musst du nach den Anweisungen des Prüfers fahren. Dieser wird von dir verlangen, drei Grundfahraufgaben erfolgreich zu absolvieren. Dazu kann das rückwärts Einparken, das Anfahren am Berg oder eine Gefahrenbremsung sein.

Neben diesen drei Grundfahraufgaben wird der Prüfer auch sehen wollen, wie sicher du im normalen Straßenverkehr fährst. Dafür wird der Prüfer dir eine bestimmte Strecke vorgeben, bzw. dir während der Fahrt Richtungsanweisungen geben. Ganz ähnlich also wie in deiner Fahrstunde, nur dass du jetzt keine Tipps mehr erhältst.

Dabei werden unter anderem folgende Punkte bewertet:

  1. Gangwechsel
  2. Angepasste Geschwindigkeit
  3. Defensives und energiesparendes Fahren
  4. Abstand Halten
  5. Überholen
  6. Abbiegen
  7. Das Verhalten an Kreuzungen und im Kreisverkehr
  8. Beachten von Verkehrszeichen
  9. Verhalten gegenüber Fußgängern und Radfahrern
  10. Einsatz von Spiegel und Blinker

Wann ist man durchgefallen?

Die Liste weiter oben gibt dir schon ein ziemlich gutes Bild davon, was der Prüfer während des praktischen Tests sehen will. Wenn man bei diesen Punkten immer wieder Fehler begeht, zum Beispiel immer wieder zu wenig Abstand einhält, dann kann das zu einem Nicht-Bestehen führen.

Davon abgesehen gibt es auch einige Fehler, die sofort dazu führen, dass man durchgefallen ist. So zum Beispiel, wenn man eine Rote Ampel, ein Stoppschild oder ein Überholverbot missachtet. Auch wenn man an einem Schulbus zu schnell vorbeifährt, also mit mehr als 20 km/h, wird die Prüfung sofort abgebrochen und man hat nicht bestanden.

Wann erfährt man, ob man die praktische Prüfung bestanden hat?

Falls die Prüfung nicht wegen einem schwerwiegenden Fehler vorzeitig abgebrochen wird, dann erfährst du sofort, ob du bestanden hast. Im anschließenden Feedbackgespräch wird dir der Prüfer außerdem erklären, was im Test besonders gut lief und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Anschließend erhältst du bei bestandener Prüfung sofort deinen Führerschein und kannst dann mit dem eigenen Auto wegfahren.

Was passiert, wenn man bei der praktischen Führerscheinprüfung durchfällt?

Wenn man bei der praktischen Prüfung durchfällt, sollte man nicht in Selbstvorwürfen versinken. Immerhin fallen 25% der Schüler beim ersten Versuch durch! Bereits nach 2 Wochen kann man einen weiteren Anlauf auf die Praxisprüfung nehmen. Erst wenn man drei Mal durchgefallen ist, muss man drei Monate warten, bevor man sich erneut für die Prüfung anmelden kann.

Wie lange dauert die praktische Führerscheinprüfung?

Die gesamte Prüfdauer beträgt in der Regel 45 Minuten. Reine Fahrtzeit sind dabei aber nur etwa 25 Minuten. Der Rest der Zeit ist für das Feedback Gespräch und die Sicherheitskontrolle vor dem Fahren eingeplant. Diese Zeiten sind allerdings keine festen Vorgaben – wenn du zum Beispiel während der Prüfung im Stau stecken bleibst, wird dich der Prüfer wahrscheinlich etwas länger fahren lassen.

Tipps und Tricks für die praktische Prüfung

Warum eine ausreichende Vorbereitung für ein Bestehen der praktischen Prüfung so wichtig ist, haben wir bereits erklärt. Und tatsächlich sind die eigenen Erfolgschancen äußerst gering, wenn man die Fahrstunden nicht voll ausnutzt und im Unterricht nicht aufpasst. Allerdings gibt es auch einige Tipps und Tricks für die Prüfung selbst, die ein Bestehen deutlich wahrscheinlicher machen.

Der mit Abstand wichtigste Tipp ist, dass man während der gesamten Prüfung immer ruhig und entspannt bleibt. Wenn man während des praktischen Teils aggressiv, unüberlegt oder zu ängstlich fährt, wird man die Prüfung nicht bestehen. Dabei darf man sich auch nicht von anderen möglicherweise aggressiven Fahrern oder Dränglern aus der Ruhe bringen lassen. Konzentrier dich nur auf dich selbst, und die Fahrprüfung wird viel einfacher.

Auch hier gilt natürlich wieder: Umso besser deine Vorbereitung ist, umso selbstsicherer und entspannter wirst du auch am Tag der Prüfung sein. Außerdem ist es wichtig, immer daran zu denken, dass niemand ein absolut fehlerfreies Fahren von dir erwartet. Wenn du das Auto einmal abwürgst oder falsch abbiegst, ohne jemanden zu gefährden, wirst du deshalb nicht gleich durchfallen.

Worauf der Prüfer allerdings einen großen Wert legen wird, ist, ob du dir die Zeit nimmst, deine Sitzposition und deine Spiegel vor der Fahrt richtig einzustellen. Darüber hinaus ist es während der Fahrt extrem wichtig, den Spiegelblick nicht zu vergessen. Dabei empfiehlt es sich, wirklich die Blickrichtung hin zum Spiegel zu ändern, damit der Prüfer auch sieht, dass man die Spiegel richtig einsetzt.

Den Richtungsanweisungen des Prüfers muss man während der praktischen Prüfung natürlich Folge leisten. Allerdings ist es überhaupt kein Problem, noch einmal nachzufragen, wenn man eine Anweisung nicht verstanden hat. Auch der Prüfer will dich Bestehen sehen und sucht nicht nach Gründen, um dich durchfallen zu lassen.

FAQ:

  • Wann erfährt man, ob man die Prüfung bestanden hat? Sofort im Anschluss an deine Fahrprüfung erfährst du, ob du bestanden hast. Falls du bestanden hast, bekommst du zu diesem Zeitpunkt auch deinen Führerschein ausgehändigt.
  • Welche Fragen werden bei der praktischen Prüfung gestellt? Der Prüfer wird dir nur vor der Fahrt einige Fragen zur Sicherheitskontrolle stellen. Während der Prüfung werden keine Fragen gestellt.
  • Wie lange dauert die praktische Führerscheinprüfung? Die Prüfung dauert insgesamt ca. 45 Minuten, davon sind 25 Minuten tatsächliche Fahrtzeit.
  • Was passiert, wenn man bei der praktischen Prüfung durchfällt? Bereits nach 2 Wochen kann man die Prüfung wiederholen. Erst, wenn man dreimal durchgefallen ist, muss man 3 Monate für den nächsten Versuch warten.
  • Wann kann man sich für die praktische Prüfung anmelden? Du kannst dich für die praktische Führerscheinprüfung anmelden, sobald du deine theoretische Prüfung bestanden und alle Pflichtfahrstunden absolviert hast.
  • Welche Aufgaben muss man absolvieren? Um die praktische Prüfung zu bestehen, muss man drei Grundaufgaben absolvieren und zusätzlich dazu sicher inner- und außerorts sowie auf der Autobahn fahren.
  • Wann fällt man durch die Prüfung? Durch die praktische Führerscheinprüfung fällst du, wenn du einen groben Fehler begehst, der zum Beispiel andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Außerdem fällst du auch durch die Prüfung, wenn du wiederholt kleine Fehler machst, wie zu wenig Abstand halten oder vergessen zu Blinken.